„Ich fühle mich nicht respektiert.“ Klingt nach einem Gefühl, oder? Ist es aber streng genommen nicht.
In der Gewaltfreien Kommunikation wird zwischen Gefühlen und sogenannten Pseudogefühlen unterschieden. Ein echtes Gefühl liegt bei mir: Ich bin irritiert, enttäuscht oder angespannt. Ein
Pseudogefühl bezieht sich auf die andere Person und enthält oft schon einen kleinen Vorwurf: Du respektierst mich nicht. Du verstehst mich nicht. Du wertschätzt mich nicht.
Trotzdem sind solche Sätze hilfreich, wenn wir sie nicht als Angriff verstehen, sondern als Hinweis auf ein Bedürfnis.
Nicht respektiert meint oft: Mir ist Respekt wichtig.
Nicht wertgeschätzt meint oft: Ich brauche Wertschätzung.
Missverstanden meint oft: Ich wünsche mir (mehr) Verständnis.
Statt sich also über eine (nicht GFK-konforme) Formulierung zu ärgern, lohnt sich die Frage: Welches Bedürfnis zeigt sich hier gerade? Und damit bietet sich eine erste Chance, in ein Gespräch
ein- und aus der Konfliktdynamik
