Wenn MediatorInnen der Mediation selbst schaden

Vor einiger Zeit wurde ich für eine Teammediation angefragt. Schon in den Vorgesprächen war die Skepsis deutlich spürbar. Einige Teammitglieder hielten sich merklich zurück.

Der Grund kam schnell ans Licht:
Der vorherige Mediator hatte nach ein paar Gesprächen zu einer Mediandin gesagt, es wäre am besten, wenn sie das Team verlässt. Das hat mich ziemlich schockiert.

Denn was bleibt nach so einer Erfahrung hängen?
Dass Mediation am Ende doch ein verdecktes Urteil ist.
Dass jemand von außen entscheidet, wer passt und wer nicht.
Dass Offenheit riskant sein könnte.

Genau hier entsteht ein riesiger Schaden! Für das Team, für die Organisation und für alternative Konfliktlösung im Allgemeinen.
Dabei gelten für alle professionellen Mediatorinnen und Mediatoren klare Prinzipien: Allparteilichkeit, Unabhängigkeit, Eigenverantwortung der Parteien sowie der Verzicht auf Empfehlungen oder Entscheidungen sind die Grundlage jeder Mediation. Die Verantwortung für Lösungen liegt immer bei den Beteiligten selbst.

Für PersonalerInnen heißt das vor allem eines: Qualität genau prüfen! Achtet auf eine Zertifizierung nach dem Bundes-Mediationsgesetz und auf Lizenzierungen durch anerkannte Bundesverbände. Und lasst euch im Vorfeld erläutern, wie Rolle und Haltung verstanden werden.
Eine einzige unsaubere Intervention kann das Vertrauen in Mediation langfristig beschädigen.