In einem mittelständischen Unternehmen standen zwei Abteilungsleitungen seit Monaten auf stillem Kriegsfuß. Die Geschäftsführung merkte: Es hakt, aber es war kein offener Streit. Kein Geschrei,
kein Drama.
Also wurde erstmal nichts gemacht.
Doch dann blieben Projekte liegen und erste Mitarbeiter kündigten. Und plötzlich war es Alarmstufe Rot. Eine Mediation wurde als Notmaßnahme einberaumt.
Aber warum eigentlich so lange warten?
Wir erleben in der Praxis immer wieder: Mediation funktioniert nicht nur, wenn alles brennt. Sondern gerade auch dann, wenn es noch nicht eskaliert ist, wenn man z.B. merkt, dass sich Menschen im
Raum gegenseitig vermeiden oder E-Mails passiv-aggressiv formuliert sind.
Oder auch wenn die Assistentin leise sagt: "Die beiden sprechen eigentlich nur noch über mich miteinander."
In solchen Momenten kann ein niedrigschwelliger Mediationsprozess mehr bewirken als jede Intervention im Krisenmodus.
Denn dann ist oft noch (ein bisschen) Vertrauen da. Das ist die Basis für eine Klärung und verkürzt die Dauer, bis der Konflikt geklärt ist, deutlich
Und vor allem: Dann muss niemand das Gesicht verlieren.
Frühzeitige Mediation ist kein Eingeständnis von Schwäche. Sie ist eine strategische Entscheidung für eine gesunde Zusammenarbeit.
